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MiKaDiv 2027: Die wichtigsten Fragen im Überblick

Alexander Lerch

Quellensteuer Experte

Inhaltsverzeichnis

 

Wie ist unser Institut von MiKaDiv betroffen?

MiKaDiv verpflichtet dazu, Informationen zur deutschen Kapitalertragsteuer auf Dividenden elektronisch an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zu übermitteln – entlang der gesamten Verwahr- und Zahlungskette. Betroffen sind nicht nur deutsche auszahlende Stellen, sondern auch ausländische Banken und Intermediäre, welche deutsche Wertpapiere für ihre Kunden halten oder verarbeiten.

Institute, die in der Verwahrkette für deutsche Aktien agieren – als deutsche meldende Bank, ausländische Depotbank oder Intermediär – werden mit hoher Wahrscheinlichkeit MiKaDiv‑Meldungen erstellen, prüfen oder weiterleiten müssen.

 

Unterliegen wir der MiKaDivMeldepflicht – und in welcher Rolle?

MiKaDiv unterscheidet im Wesentlichen drei Rollen:

  • Deutsche meldende Bank – Institute in Deutschland mit direkter Meldepflicht gegenüber dem BZSt.
  • Ausländische Bank – nicht‑deutsche Banken mit Beständen in deutschen Wertpapieren, die in den spezifischen Formaten ihrer deutschen Verwahrstelle(n) melden müssen.
  • Intermediärbank – zwischengeschaltete Institute, die Omnibus‑Daten validieren und Meldungen in der Kette weiterreichen.

 

Beim Onboarding analysieren wir Ihre Verwahrstruktur und legen fest, welche Rollen pro juristischer Person und technischem Tenant gelten – so passen Reporting-Logik und Schnittstellen exakt zu Ihren tatsächlichen Verantwortlichkeiten.

 

Welche Inhalte deckt die MiKaDiv ReportingLösung von RAQUEST ab – und was gehört nicht zum Umfang?

Zum Umfang gehört der vollständige MiKaDiv‑Meldeprozess für Kapitalerträge:

  • Import von Ertrags‑, Positions‑ und Transaktionsdaten aus vorgelagerten Systemen
  • Rollenbasierte Melde‑Logik (deutsche meldende Bank, ausländische Bank, Intermediär)
  • Erstellung MiKaDiv‑konformer Meldungen
  • Validierung, Freigabeprozesse und Revisionsnachweis
  • Verarbeitung von Rückmeldungen des BZSt und der Zahlungskette inklusive Statusbehandlung

 

Bewusst nicht umfasst sind:

  • MiKaDiv‑Aktionärsmeldungen durch Emittenten
  • Die eigentliche Berechnung der deutschen Kapitalertragsteuer
  • Die Erstellung deutscher Steuerbescheinigungen

 

Diese Schritte verbleiben in Ihren bestehenden Steuer‑ und Bescheinigungssystemen, die wir über Schnittstellen an RAQUEST anbinden.

 

Wie verändert MiKaDiv die bisherigen Prozesse zu Steuerbescheinigungen und Dividendenmeldungen?

MiKaDiv ergänzt und ersetzt klassische deutsche Steuerbescheinigungen teilweise durch einen digitalen, ereignisbasierten Meldeprozess:

  • Es werden deutlich granularere Daten gefordert (Haltefristen, Verwahrkette, LEIs, Financial Arrangements usw.).
  • Meldungen müssen den MiKaDiv-Formaten entsprechen und elektronisch übertragen werden.
  • Für ausländische Anleger wird MiKaDiv zur Voraussetzung für anschließende SteuerRückerstattungsprozesse.

 

Mit RAQUEST wird MiKaDiv nicht als isolierter Prozess behandelt. Wir verankern das Reporting in Ihren bestehenden Steuer-Workflow, nutzen Daten und Regeln aus Reclaim‑ und Dokumentationsmodulen wieder und sorgen für Konsistenz zwischen Bescheinigungen, Meldungen und Reclaims.

 

Wie integriert sich die MiKaDiv-Lösung von RAQUEST in unsere Kernbank, Verwahr- und Steuersysteme?

Unsere MiKaDiv-Lösung ist als integrierbare Komponente konzipiert:

  • Daten-Input: Sie importieren BO-, Konto‑, Wertpapier‑, Transaktions‑ und Steuerdaten aus Ihren Kernbank‑ und Verwahrungssystemen über Datei‑Schnittstellen oder APIs.
  • Daten-Output: Wir erzeugen MiKaDiv‑Meldungen und Rückmeldungen, die Sie in Ihre Steuer‑, Reporting‑ oder Archivsysteme zurückspielen können.
  • Wiederverwendung von Logik: Ansässigkeit, wirtschaftlich Berechtigter, Entitlement‑Regeln und Dokumentationsdaten, die Sie bereits für Reclaim‑Prozesse nutzen, können für MiKaDiv mitverwendet werden.

 

In der Praxis definieren wir in gemeinsamen ein schlankes Schnittstellen-Set und implementieren dieses im Rahmen des Projekts – die Lösung ist damit für MiKaDiv und künftige Regime wie FASTER auf derselben Plattform vorbereitet.

 

Kann RAQUEST komplexe Verwahrketten, Omnibus-Konten und Overclaim-Kontrollen abbilden?

Ja, MiKaDiv ist ausdrücklich auf mehrstufige Verwahrketten und OmnibusStrukturen ausgerichtet, und unsere Software bildet dies ab:

  • Wir importieren OmnibusDaten und KundenPositionen.
  • Das System validiert MiKaDivMeldungen gegen OmnibusBestände, um Overclaiming und Unstimmigkeiten zu erkennen.
  • Die rollenbasierte Logik stellt sicher, dass ausländische, intermediäre und deutsche meldende Banken jeweils nur die für ihre Position relevanten Informationen und Aktionen sehen.

 

So haben Sie risikorelevante Punkte wie z.B. Overclaiming, Wertpapierleihe und kurzfristige Handelspositionen im Blick.

 

Wie interagieren die MiKaDiv-Module von RAQUEST mit dem BZSt und unseren vor- und nachgelagerten Verwahrstellen?

Für deutsche meldende Banken übernimmt RAQUEST:

  • Erstellung BZSt‑konformer MiKaDiv‑Meldungen (FSAK‑FM)
  • Unterstützung der technischen Übertragungswege über ELMA und perspektivisch DIP.KAFe
  • Empfang und Verarbeitung von BZSt‑Rückmeldungen inklusive Fehlerhandling und erneuter Einreichung

 

Für ausländische und Intermediärbanken bietet RAQUEST:

  • Erstellung und Validierung von Dateien in den jeweils geforderten Import‑/Export‑Schemas der Verwahrstellen
  • Import von Rückmeldungen aus der Kette und Abgleich mit den ursprünglichen Anfragen

 

Die technische Übertragung an Verwahrstellen oder das BZSt kann entweder über Ihre bestehende Middleware erfolgen oder – falls erforderlich – in einem separaten Projekt umgesetzt werden.

 

Können wir MiKaDiv-Reporting und Quellensteuer-Reclaims in einem End-to-End-Prozess zusammenführen?

Genau das ist eine der Stärken unseres Ansatzes. Wir bieten:

  • Ein MiKaDivReportingModul für das deutsche Regime
  • Ein ReclaimModul für Entlastung an der Quelle und Rückerstattungsprozesse (inklusive Self‑Submitter‑Funktionalitäten)
  • Gemeinsame Datenbasis und Regelwerke, sodass MiKaDiv‑Ergebnisse direkt in Reclaim‑, Forwarding‑ oder kundenbezogene Dokumentationsprozesse einfließen können

 

Für deutsche meldende Banken unterstützen wir zusätzlich die Erstellung von Steuerbelegen / Ordnungsnummern und die Integration von MiKaDiv‑Feedback in Ihre Reclaim‑ und Gebührenprozesse. Das Ergebnis: ein einziger, durchgängiger Tax-Lifecycle – statt paralleler, unverbundener Einzellösungen.

 

Wie hoch ist der Implementierungsaufwand und wie lange dauert ein MiKaDivProjekt mit RAQUEST typischerweise?

Der konkrete Aufwand hängt von Ihrer Systemlandschaft und Ihren Rollen ab, typischerweise gliedern sich MiKaDiv‑Projekte jedoch in vier Phasen:

  1. Analyse & RollenMapping – Klärung der rechtlichen Rollen, Kontostrukturen und Meldeverantwortlichkeiten.
  2. Konfiguration & Integration – Anpassung von Regeln, Einrichtung von Mandanten und Rollen, Definition und Umsetzung der Schnittstellen.
  3. Test & Validierung – Durchführung repräsentativer Testfälle, Validierung von Feldzuordnungen und Übertragungsprozessen.
  4. GoLiveVorbereitung – Schulung der Nutzer, Ausgestaltung von Betriebsprozessen, Monitoring und Fallback‑Konzepten.

 

Bei einem Institut mit ein bis zwei Rechtsträgern und Standard‑Schnittstellen sehen wir in der Regel eine Projektdauer von mehreren Monaten, abgestimmt auf regulatorische Fristen und interne Release‑Zyklen.

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